Heilberuf im Wandel

©First Flight / Fotolia

Das traditionelle Bild des Heilberuflers befindet sich im Wandel. Die zunehmende Feminisierung, der demographische Wandel sowie ein steigender Trend zur Teilzeitbeschäftigung und Kooperationen beeinflussen dessen Rolle. Gleichzeitig wirkt die Digitalisierung und der damit verbundene technologische Fortschritt auf die Branche ein. Wie wird also der Arbeitsalltag der Ärzte in der Zukunft aussehen?
Die Studie „Zukunftsbild Heilberufler 2030“ der apoBank geht dieser Frage auf den Grund. Dazu wurden rund 400 Ärzte, Zahnärzte und Apotheker zu ihren persönlichen Einschätzungen hinsichtlich der Entwicklungen im Gesundheitswesen befragt. Das Ergebnis: Änderungen stehen bevor.

Während sich auf der einen Seite der Heilberuf verändert, kommt auf der anderen Seite auch den Patienten eine neue Rolle zu. Nahezu alle Befragten (91%) rechnen damit, dass der Patient in Zukunft höhere Ansprüche an ihre Leistungen stellen wird. Eine Ursache hierfür liegt unter anderem darin, dass der Patient 2030 informierter sein wird als heute. Auch die Beziehung zwischen Heilberufler und seinen Patienten könnte in Zukunft desolater werden. Rund 65 % der Befragten fürchten, dass die Patienten- bzw. Kundenbindung geringer werden könnte. Grund hierfür ist der ebenfalls fortschreitende Wandel in der ambulanten Versorgung: Die „Praxis“ um die Ecke wird immer seltener werden, stattdessen rücken Kooperationen und somit ein häufiger Wechsel des Arztes in den Mittelpunkt.

Lösung für die Versorgungslücke auf dem Land

Der steigende Fachkräftemangel, der sich in den ländlichen Gegenden immer weiter zuspitzt, wird sich auch in Zukunft nicht verbessern, so die Vermutung. Stattdessen werde es nach Ansicht von zwei Dritteln der Befragten Krankenhäuser geben, die als „Allrounder“ nicht nur die stationäre, sondern auch die ambulante Versorgung übernehmen werden.

Worüber die Befragten sich jedoch weitestgehend einig sind, ist die Meinung, dass ihr Berufsstand auch im Jahr 2030 nach wie vor hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen wird.  Gleichzeitig geht die Mehrheit davon aus, dass ihr Beruf in 13 Jahren einen stärkeren Dienstleistungscharakter haben wird. Das Image des „Halbgotte in weiß“ wird nach Meinung von 79% immer weiter in den Hintergrund rücken.

Fest steht, dass sich Verhältnisse verschieben und sich der Alltag in den Praxen verändern wird. In welcher Weise und mit welcher Dynamik, bleibt dabei abzuwarten.

Wer mehr erfahren möchte, findet hier weitere Informationen zur Studie.

« Zur Beitragsübersicht